Noch nie war Musikproduktion so einfach und so komplex.

Wenn die langjährige Musik Harmonielehre mit einem Musikinstrument verinnerlicht ist, kann es theoretisch zum Songwriting und zur Musikproduktion fließend übergehen…  denkt der angehende

Musikproduzent

Ja. Vorher muss doch eine Kleinigkeit passieren -und zwar die Musik, die auf das Blatt Papier in Form vom Text und Noten kommt, muss ja erstmal irgendwie im Kopf entstehen.

So gehst du als Musikproduzent morgens zum Bäcker. Beim Verlassen des Hauses stößt dir die frische Luft Brise in die Nase und beflügelt deine Geruchssinne. Sie ist dabei der Verursacher für die Entstehung von einem leichten Hauchen in deinem Kopf. Also inspiriert von der Luft erzeugt sich eine Soundidee. Nach dem erfolgreichen Frühstück packst du den Koffer und die Flugtickets in der Hand kitzeln deine Vorfreude… – es passiert Geige im Kopf..

Da sitzt du im Flieger und das Flugzeug nimmt an Geschwindigkeit auf der Startbahn zu. In deinem Kopf macht sich der Drum breit.

Am Abend sitzst du am Strand und lässt den Sonnenuntergang deine Sinne stimulieren, ein E-Sound gesellt sich dem Orchester.

Ein Anruf platzt in deine Gemütlichkeit rein. Am anderen Ende die Stimme der Person, nach der du dich gerade so sehnst… Textzeilen fangen an rum zu tanzen…

Am Anfang des Tages war es bloß geplant in Ruhe zum Bäcker zu gehen, zu frühstücken, um dann schön den Koffer zu packen und endlich in den Urlaub zu fliegen, die Seele baumeln zu lassen… Aber nein… Plötzlich ist da ein Orchester in der Birne, der auf seinen Dirigenten  wartet und da zählt man schon die Tage und Stunden, bis man endlich zuhause im Studio sein kann um mal auf die Tasten vom Klavier und vom PC zu hauen. Bis es soweit ist, versuchst du noch irgendwie dein Urlaub zu genießen, während der Orchester im Kopf immer lauter wird und vor Aufregung wirres Zeug spielt.

Zuhause am PC bringst du alle Instrumente zusammen, du hast es dir seit Tagen alles so schön zusammengerechnet. Plötzlich kommt dein Orchester aus den Boxen und du stellst fest, dass E-Chelo doch nicht mit der E-Geige harmonieren will, Bass übersteuert.. Das gleiche Spiel, wie mit den Menschen – du freust dich deine Freunde unter einander bekannt zu machen, du liebst sie alle und bist dir sicher, sie werden begeistert sein, sich gegenseitig gefunden zu haben – nein. So einfach ist das nicht…

So sitzt du da und drehst und machst ein paar Wochen lang und nun erblickt dein Baby die Welt. Die Freude ist unermäßlich gigantisch groß und ist mit Nichts vergleichbar. Du willst natürlich dein Baby auch in die Welt schicken. Bis hierhin war die „Schwangerschaft“ also das Austragen des Babys ca. 10.000,- € teuer. Kommt das Baby in den Kindergarten, in die Schule, also in die Stores, Verlage, Radios, über Manager, Verkäufer, Konzerte, Flyer, Plakate, Webauftritt .. weitere, sagen wir ..  € kann man so nicht sagen und man darf darüber auch gar nicht nachdenken… Dann ist das Lied draußen und wird von Spotify mal 2.000.000 abgespielt.. Das Konto freut sich über 8.000,- € . Meine Milchrechnung sagt 2.000 Miese..

Da schwörst du es dir nie wieder Musik zu machen, gehst mit leerem ausgebrannten Kopf und hungrigem Magen ins Bett. Morgens freust du dich auf dein neues musikfreies Leben, du freust dich einfach auf den Bäcker, verlässt die Haustür… und da ist sie..  die frische Luft Brise, heute mit etwas Flieder, sie zerreißt deine Nasenflügel.. und du merkst den bescheuerten, aufdringlichen sommerlichen E-PIANO Sound in deiner Birne, der dir die Seele aus dem Leibe reißt und droht schon mal an den Orchester zusammenzutrommeln…

Scheiße… sie ist wieder da